Allgemeines zur Japanischen Legewachtel

 

Bei den Japanischen Legewachteln (Coturnix c. japonica), die seit dem 14. Jahrhundert in Obhut des Menschen als Ziervogel gehalten und seit etwa 100 Jahren auf hohe Legeleistung gezüchtet werden, entstanden mindestens seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Reihe von Farbschlägen. Dieser Prozess setzt sich bis heute fort.

Ursprünglich war diese Wachtel eine reine Legewachtel, die sich durch eine hohe Legeleistung mit einem Eigewicht von 9-11 g auszeichnete. Da im Laufe der Zeit auch dem Schlachtkörper als wohlschmeckendem Braten mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde, entstand die heute fast ausschließlich gehaltenen Rasse "Mast- und Legewachtel" mit einem Gewicht von 160-250 g und einem Eigewicht von 12-14 g, die die hohe Legeleistung weiterhin beweist. Im Allgemeinen wird diese Rasse heute nur noch als "Legewachtel" bezeichnet.

Besonders in Instituten, die sich mit Wachtelzucht zu Forschungszwecken befassen, findet sich noch die kleinere Rasse, die "leichte Linie". Spezialisten züchteten auch reine Mastwachteln mit einem wesentlich höherem Gewicht, teilweise bis über 400 g schwer, aber bereits ab 300 g spricht man von einer Mastwachtel.

Der Vollständigkeit halber soll der Begriff "Eurowachtel" erwähnt werden. Für ihn gibt es keine genaue Definition, er bringt nur Verwirrung, da Verwechslungen mit der Europäischen Wachtel (Coturnix c. coturnix) entstehen können und auch laufend entstehen. Er wird am besten ganz gemieden.

Die Farbschläge finden sich in der Mehrheit nur bei der Legewachtel, vereinzelt aber auch bei den beiden anderen Rassen. Bei der kleineren Rasse wird der der von mir als Goldsprenkel angesprochene Farbschlag unter Isabell geführt. Als Mastwachteln werden gern Weiße gehalten, auch eine als Tuxedo bezeichnete Wachtel mit weißem Bauch und farbiger Oberseite. Die meisten Farbschläge sind weltweit verbreitet und auch unter verschiedenem Bezeichnungen zum Teil auch mit unterschiedlichen Zuchtzielen gezüchtet worden.

Hier soll es vor allem um die in Deutschland besonders unter Hobbyzüchtern weit verbreiteten Farbschläge der Legewachtel gehen.

 

Legewachteln erfreuen sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Sie werden gern als Nebenbesatz in Vogelvolieren gehalten, aber auch die Nutzung in geringem Umfang als kleines Legehuhn mit wohlschmeckenden Eiern und einem zarten Braten spielt eine Rolle. Das Auftreten von der Wildfarbe abweichender Farbschläge ist besonders für Kinder immer wieder hoch interessant. Aber auch für den ernsthaften Hobbyzüchter findet sich bei den vorhandenen Farbmutanten ein Betätigungsfeld. Auf Ziergeflügelausstellungen sind sie dagegen bei uns nicht zu finden.

 

 

 

Die Japanische Wachtel (Coturnix coturnix japonica)ist die Stammform aller Rassen der Lege- und Mastwachteln. Der jetzt vorherrschend vorhandene Legetyp wird irrtümlich wird auch als Eurowachtel bezeichnet. Der Begriff ist grundsätzlich falsch und führt zu Verwechslungen mit unserer heimischen Europäischen Wachtel (Coturnix coturnix coturnix). Kreuzungen beider Unterarten sollten vermieden werden. Es sind auch andere Auffassungen über die wissenschaftlichen Namen zu finden, nämlich Coturnix coturnix für die Europäische Wachtel und Coturnix japonica für die Japanische Wachtel. Sie werden damit also als echte Arten angesehen. Die Japanische Wachtel wird seit über 100 Jahren intensiv auf Leistung gezüchtet

Der Vollständigkeit halber seien auch übliche deutsche Bezeichnungen für die Europäische Wachtel in Gehegehaltung genannt: Europäische Feldwachtel und Deutsche Feldwachtel. Europäische Feldwachtel als deutliche Abgrenzung zu Eurowachtel ist sicher sinnvoll, um auch dem Laien die Abgrenzung zu zeigen. Deutsche Feldwachtel dagegen halte ich für wenig sinnvoll. Es gibt sie nun mal als Wildvogel auch außerhalb Deutschlands, sie heißt nicht ohne Grund korrekt Europäische Wachtel.

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Der Zweinutzungstyp wurde früher als "Französische Mast- und Legewachtel", später kurz als "Mast- und Legewachtel" und eben auch jetzt noch mit dem sehr unglücklich gewählten, weil irreführenden Begriff "Eurowachtel" benannt. Die Bezeichnung "Französische Mast- und Legewachtel" hätte auch heute noch ihre Berechtigung, da hochwertiges Zuchtmaterial immer wieder aus Frankreich importiert wird. Inzwischen hat sich aber wohl in Deutschland der einfache Begriff

Diese Legewachtel bringt unter entsprechenden Bedingungen das ganze Jahr über eine sehr gute Legeleistung. Insgesamt gesehen, sollte man meinen, ist sie auf ihre Leistung bezogen ein züchterisches Meisterstück.

Bei der Legewachtelhaltung muss immer klar sein, dass es sich hier um Nutzgeflügel handelt. Das sollte auch bei der Haltung als Ziergeflügel immer bedacht werden. Für die dann vielfach extensive Haltung sind sie ohne Einschränkung zu empfehlen, man darf aber dann nicht die von ihnen möglichen hohen Leistungen erwarten.

Die oben stehenden kleineren Gewichtsangaben beziehen sich jeweils auf die Hähne, die größeren auf die Hennen. Die Übergänge sind aber fließend. Auf den Schlachtkörper hat das weniger Einfluss, da der Gewichtsunterschied hauptsächlich durch den Legeapparat der Hennen entsteht. In der Regel sind aber die geschlachteten Hähne immer etwas leichter als die Hennen. Im Gegensatz zu Hühnern ergeben auch ältere Wachteln bis einem Jahr uneingeschränkt einen vorzüglichen Braten.

Allgemein ist zu sagen, dass durch Auslesezucht über Körpergewicht und Eigröße sich schwerere Typen relativ leicht züchten lassen. Bei Mastwachteln ist auch bereits von bis zu 500 g schweren Tieren berichtet worden. Die Eier werden bis 20 g schwer. Es gibt verschiedene Hinweise, dass diese schweren Wachteln sehr zänkisch sind. Wachteln der leichten Legelinie mit einem Eigewicht von 9-11 g sind heute eher selten, ebenso die reinen Mastwachteln. Die überwiegende Mehrzahl unserer jetzigen Wachteln vertreten den mittleren Zweinutzungstyp, die jetzige Legewachtel. Für sie ist ein Eigewicht von 12-14 g typisch; es sollte auch bei der Erhaltungszucht Zielstellung bleiben.

Das ist besonders wichtig, weil zunehmend die Tendenz besteht, immer größere Wachteln halten zu wollen. Die klare Trennung zwischen Legewachtel und Mastwachtel wird dadurch umgangen. Das Ergebnis sind mittelschwere Wachteln, die zu hohem Futterverbrauch und bei ungenügender Eiweißversorgung zur Verfettung neigen. Das Ergebnis sind neben geringerer Legeleistung auch schlechtere Befruchtungs- und Brutergebnisse. Deshalb ist es sehr ratsam, bei einer reinen Legewachtelhaltung (ich meine damit aber nicht die leichte Linie) Hennen über 220 g bei Legebeginn nicht für die Zucht einzusetzen.

Allen Rassen gemeinsam ist die Neigung dieser Nutzwachtel sehr inzuchtanfällig zu sein. Das zeigt sich zuerst in sinkenden Schlupfraten trotz optimaler Fütterung, Unterbringung, Bruttechnik und richtigen Alters der Zuchttiere und setzt sich in Aufzuchtverlusten trotz optimaler Bedingungen fort. Da hilft nur die Einkreuzung eines anderen Stammes der gleichen Linie, des gleichen oder eines geeigneten Farbschlages bei Farbwachteln. Das wird im Normalfall alle drei bis vier Generationen notwendig, wenn man kein eigenes Linienzuchtprogramm realisieren möchte. Bei Haltung in größeren Gruppen treten naturgemäß Inzuchtdepressionen später auf.

In den 60er Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts etablierten sich eine Reihe von Hobby-Wachtelzuchten in Deutschland, deren Ausgangspunkt die leichte Legelinie der Japanischen Wachtel war. Neben der Stabilisierung der weltweit auftretenden Farbmutanten bestand das Zuchtziel hauptsächlich in der Zucht in Richtung dieser jetzt so verbreiteten Legewachtel mit etwas größeren Eiern.

Unterstützt wurde das Vorhaben bezüglich des Körper- und Eigewichts durch die Zufuhr von Bruteiern aus der gewerblichen Wachtelproduktion, die sich in Europa hauptsächlich in Frankreich und dessen südlichen Nachbarländern entwickelte und dort bis heute behauptet hat. In Deutschland gibt es eher kleinere gewerbliche Betriebe.

Inzwischen ist die Legewachtel weltweit sehr verbreitet, zum Teil wegen der Eier und der Schlachtkörper für verwöhnte Gaumen, zum Teil aber als einzige Quelle tierischen Eiweißes in ärmeren Ländern. Hierzu wird - für uns sicher schwer vorstellbar - über aus Fleischabfällen produzierte Fliegenmaden der Eiweißbedarf der Legewachteln gedeckt.

Die vorhandenen Farbschläge der leichten Linie wurden in Deutschland von Hobbyzüchtern auf die Mast- und Legewachtel mit übertragen. Ihr Anteil war immer gering, das Interesse daran nahm aber in den letzten Jahren zu. Einige versierte Züchter befassen sich zunehmend auch mit der Farbwachtelzucht dieser Rasse.                                                                                         

mit deutlicher Quellenangabe

Wachteln) wird als Ursprung der Legewachteln "Japan Seattle, eine Kreuzung zwischen amerikanischen und chinesischen Wachteln, gezüchtet von einem japanischen Hobbyzüchter" angegeben. Ich habe diese Meinung nirgends bestätigt gefunden. Eine Erklärung könnte sein, dass die angeführten amerikanischen und chinesischen Wachteln bereits Rassen der Japanwachteln gewesen sind.Rassen der Japanischen Wachteln bei uns lassen sich einteilen in leichte Linie mit einem Körpergewicht von 110-150 g, auf eine hohe Legeleistung gezüchtet , die ursprüngliche Legewachtel Mast- und Legewachtel, ein Zweinutzungstyp, auf hohe Legeleistung und einen ansehnlichen Schlachtkörper gezüchtet, mit 160 - 250 g Körpergewicht, Mastwachtel, eine spezielle Züchtung mit einem Körpergewicht von über 300 g, schwere Linien auch über 400 g "Legewachtel" für diese vorwiegend gehaltene Rasse (mehr als 90 % aller Japanischen Wachteln) zunehmend eingebürgert. Die ursprüngliche Legewachtel wird dagegen in der Regel als "leichte Linie" definiert.

www.sachsenwachteln.de

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